7, 31[1-11] Herbst 1873 - Winter 1873-74

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Morgen ist vorbei und Mittag
senget heissen Blicks das Haupt
lasset uns in Lauben sitzen
und der Freundschaft Lieder singen,
die des Lebens Frühroth war:
Abendroth wird sie uns sein
doch zu Mittag ist sie nur ein Klang:
sagt, verhiess der Morgenhimmel
uns nicht schöneres Gewinnen

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Pericles spricht von den Festen Athens, den schönen und kostbaren Einrichtungen des Hauses, deren täglicher Anblick das düstere Wesen verscheucht. Wir Deutsche leiden sehr an diesem düstern Wesen; Schiller hoffte durch das Einströmen von Schönheit und Grösse, durch die aesthetische Erhebung eine Nachwirkung in Betreff der moralischen Erhebung. Wagner hofft umgekehrt dass die moralischen Kräfte der Deutschen sich endlich auch einmal dem Bereiche der Kunst zuwenden, um hier Ernst und Würde zu verlangen. Er nimmt die Kunst so streng und ernst wie möglich: so hofft er erst ihre erheiternde Wirkung zu erleben. Bei uns steht es recht verkehrt und unnatürlich; wir machen den Menschen, die uns durch Kunst erheitern wollen, die grössten Schwierigkeiten, so dass wir von ihnen moralische Genialität und Charactergrösse fordern. Weil den begabtesten Künstlern ihre Bildung so schwer gemacht wird und sie alle Kraft auf den Kampf verschwenden müssen, sind wir Nichtkünstler umgekehrt wieder sehr lax in den moralischen Ansprüchen an uns geworden: die Bequemlichkeit herrscht in den Grundsätzen und Anschauungen des Lebens. So das Leben lässig nehmend verlieren wir das rechte Bedürfniss der Kunst. Wenn das Leben, wie das athenische, Pflicht Aufforderung Unternehmung Mühsal fortwährend im Schoosse trägt, so weiss man auch die Kunst, das Fest und überhaupt die Bildung zu ehren und zu begehren: damit sie erheitert. Und deshalb ist die moralische Schwäche der Deutschen vornehmlich die Ursache davon, dass sie keine Cultur haben. Zwar: sie arbeiten ausserordentlich, alles ist in Hast, der vererbte Fleiss zeigt sich fast als Naturkraft. Worin offenbart sich ihre moralische Schwäche!

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Neigung der Zeit für die starken Einseitigkeiten, weil sie doch wenigstens noch Lebenskraft verrathen: Kraft aber muss da sein, bevor etwas gebildet werden kann. Ist Schwäche da, so ist die Bemühung aufs Conserviren um jeden Preis gerichtet: da wird jedenfalls kein Gebilde, an dem man Freude haben könnte. Zu vergleichen dem Schwindsüchtigen, der nach Leben schnappt und bei jedem Augenblick an Gesundheit d. h. Erhaltung denken muss.. Hat eine Zeit viel dergleichen Naturen, so ehrt sie endlich die Kraft, selbst wenn sie roh und feindselig ist: Napoleon als gelber gesunder Tiger bei Marwitz-Brief.

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Wer die antike Moral kennt, wird sich wundern, wie viel damals moralisch genommen wurde, was jetzt medicinisch behandelt wird, wie viele Störungen der Seele, des Kopfes damals dem Philosophen, jetzt dem Arzt zur Heilung übergeben werden, wie besonders die Nerven und ihre Beruhigung jetzt durch Alkalien oder Narkotika bedacht werden. Die Alten waren viel mässiger und absichtlich mässiger im täglichen Leben: sie wussten sich zu enthalten und sich viel zu versagen, um die Herrschaft über sich nicht zu verlieren. Ihre Worte über Moral gehen überall von dem lebendigen Beispiele solcher aus, die wie diese Worte lauten gelebt haben. Ich weiss nicht, von welchen fernen und seltenen Dingen die modernen Ethiker reden: sie nehmen den Menschen wie ein wunderlich spiritualistisches Wesen, sie scheinen es für unanständig zu halten, den Menschen so nackt-antik zu behandlen und von seinen vielen nöthigen obzwar niedrigen Bedürfnissen zu reden. Die Schamhaftigkeit geht so weit, dass man glauben möchte, der moderne Mensch habe nur noch einen Scheinleib. Ich glaube dass die Vegetarianer, mit ihrer Vorschrift, weniger und einfacher zu essen, mehr genützt haben als alle neueren Moralsysteme zusammen genommen: auf etwas Übertreibung kommt nichts dabei all. Es ist kein Zweifel, dass die einstmaligen Erzieher den Menschen auch wieder eine strengere Diät vorschreiben werden. Man glaubt durch Luft Sonne Wohnung Reisen usw. die modernen Menschen gesund zu machen, eingeschlossen die medicinischen Reize und Gifte. Aber alles, was dem Menschen schwer wird, scheint nicht mehr angeordnet zu werden: auf angenehme und bequeme Art gesund und krank zu sein scheint die Maxime. Doch ist es gerade die fortgesetzte kleine Masslosigkeit, d. h. der Mangel an Selbstzucht, der zuletzt als allgemeine Hast und impotentia sich zeigt.

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Manche Dinge werden erst dauerhaft, wenn sie schwach geworden sind — bis dahin bedroht sie die Gefahr eines plötzlichen und gewaltsamen Unterganges. Die Gesundheit im Greisenalter wird immer gesünder. Das Christenthum z. B. wird jetzt so fleissig vertheidigt und wird lange Zeit fortvertheidigt werden, weil es die bequemste Religion geworden ist. Jetzt hat es fast Aussicht auf Unvergänglichkeit, nachdem es die langwierigste Sache der Welt, die menschliche Faulheit und Bequemlichkeit auf seine Seite gebracht hat. So hat auch die Philosophie ihre grösste Schätzung und ihre zahlreichsten Vertreter gerade jetzt: denn sie quält die Leute nicht mehr, ja viele werden von ihr unterhalten und alle dürfen ihren Mund aufthun, ohne alle Gefahr, und los schwätzen. Die heftigen und starken Dinge sind in Gefahr plötzlich zu verderben, geknickt und vom Blitz getroffen zu werden. Den Vollblütigen fasst der Schlagfluss. Unsere heutige Philosophie stirbt gewiss nicht am Schlagflusse. Besonders seitdem die Philosophie eine historische Disciplin ist, hat sie sich die Unschädlichkeit und damit die Unvergänglichkeit gewährleistet.

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während der Philosoph, als der wissende Vertreter dieser Verbindung, nicht mehr anerkannt werden darf, nicht mehr Glauben findet, sondern als Schwindler gilt, als einer, der zuviel verspricht. 3) ist die strengste Richtung der Philosophie im Begriff, sich in ein relativistisches System zu verwandeln, ungefähr gleich dem. Damit ist es vorbei: denn es giebt nichts Unerträglicheres als solche Grenzwächter, die nie was anderes wissen als “hier nicht weiter” “dort darf man nicht hingehen” “jener hat sich verlaufen” “wir wissen nichts mit absoluter Zuverlässigkeit” usw. Es ist ein ganz und gar unfruchtbarer Boden.— So wäre es denn vorbei?— Der Kaiser Augustus gebot, als ganz kleiner Knabe, den Fröschen auf einem Landhause Schweigen, die ihm durch ihr Quaken lästig fielen: sie sollen von da an geschwiegen haben, wie Sueton sagt. —

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Wenn sich jetzt Philosophen eine Polis träumen wollten, so würde es gewiss keine Platonopolis, sondern eine Apragopolis (Stadt der Müssiggänger).

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Zur Zeitschilderung.

In Betreff der Religion bemerke ich eine Ermüdung, man ist an den bedeutenden Symbolen endlich müde und erschöpft. Alle Möglichkeiten des christlichen Lebens, die ernstesten und lässigsten, die harm- und gedankenlosesten und die reflectirtesten, sind durchprobirt, es ist Zeit zur Erfindung von etwas Neuem oder man muss immer wieder in den alten Kreislauf gerathen: freilich ist es schwer, aus dem Wirbel herauszukommen, nachdem er uns ein paar Jahrtausende herumgedreht hat. Selbst der Spott, der Cynismus, die Feindschaft gegen das Christenthum ist abgespielt; man sieht eine Eisfläche bei erwärmtem Wetter, überall ist das Eis zerrissen, schmutzig, ohne Glanz, mit Wasserpfützen, gefährlich. Da scheint mir nur eine rücksichtsvolle, ganz und gar ziemliche Enthaltung am Platze: ich ehre durch sie die Religion, ob es schon eine absterbende ist. Mildern und beruhigen ist unser Geschäft, wie bei schweren hoffnungslosen Kranken; nur gegen die schlechten, gedankenlosen Pfuscher-Ärzte (die meistens Gelehrte sind) muss protestirt werden.— Das Christenthum ist sehr bald für die kritische Historie d. h. für die Section reif.

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Man muss auch beachten, dass eine Menge Philosophie bereits vererbt ist, ja dass die Menschen fast gesättigt sind. Was führt nicht jede Unterhaltung, jedes Gesellschafts-Buch, jede Wissenschaft mit sich an angewandter Philosophie! In wie zahllosen Thaten zeigt sich auch, dass der Mensch, der jetzige, unendlich viel Philosophie eingeerbt hat. Schon die homerischen Menschen zeigen diese angeerbte Philosophie. Ich meine, die Menschheit würde nicht aufhören zu philosophiren, wenn man auch die Lehrstühle unbesetzt liesse. Was hat nicht die Theologie alles in sich aufgeschluckt! Ich meine, die ganze Ethik. Eine solche Weltbetrachtung, wie die christliche, muss allmählich alle andern Ethiken hinzunehmen, bekämpfen, an sich ziehen, muss sich mit ihnen auseinandersetzen—ja muss sie vernichten, wenn sie stärker und anhaltender ist.

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Ich denke an die erste Nacht des Diogenes: alle antike Philosophie war auf Simplicität des Lebens gerichtet und lehrte eine gewisse Bedürfnisslosigkeit, das wichtigste Heilmittel gegen alle socialen Umsturzgedanken. In diesem Betracht haben die wenig philosophischen Vegetarianer mehr für die Menschen geleistet als alle neueren Philosophien; und so lange die Philosophen nicht den Muth gewinnen, eine ganz veränderte Lebensordnung zu suchen und durch ihr Beispiel aufzuzeigen, ist es nichts mit ihnen.

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Es ist mit den Wissenschaften wie mit den Bäumen, man kann sich nur an dem derben Stamme und den unteren Ästen festhalten, nicht mehr an den äussersten Zweigen und Spitzen; sonst fällt man herab und zerbricht meistens auch noch die Äste. So steht es mit der Philosophie: wehe einer Jugend, welche sich an ihre Apices anklammern will!

7, 31[1-11] Herbst 1873 - Winter 1873-74

31 [1]

Утро минуло, и полдень
жарко голову печет.
Мы устроимся в беседке
и воспоем мы нашу дружбу,
что была зарею жизни —
и зарей вечерней станет;
в полдень же она лишь песнь:
скажите, разве утреннее небо
обещало нам не большее?

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Перикл говорит об афинских праздниках, о красивом и дорогом убранстве дома, вид которого прогоняет мрачных духов. Мы, немцы, очень страдаем от этих мрачных духов; Шиллер надеялся, что обращение к красоте и величию, эстетическое воспитание повлечет за собой и моральное возвышение. Вагнер, напротив, надеется, что моральные силы немцев обратятся, наконец, к искусству, чтобы и здесь обрести серьезность и достоинство. Искусство он воспринимает так строго и серьезно, как только возможно, тем самым надеясь пережить чувство радости. У нас все искажено и неестественно; людям, которые хотят посредством искусства доставить нам радость, мы создаем величайшие трудности, требуя от них моральной гениальности и величия характера. Поскольку формирование талантливейших художников затруднено и им приходится все силы тратить на борьбу, мы, нехудожники, стали, наоборот, чрезвычайно небрежными во всем, что касается моральных требований к самим себе: жизненные принципы и воззрения диктуются соображениями удобства. Легко относясь к жизни, мы теряем истинную потребность в искусстве. Когда жизнь, как это было в Афинах, носит в своем лоне долг, призыв, деяние, усилие, то люди умеют чтить и искусство, праздники и вообще образование, чтить и жаждать того, чтобы они давали радость. Вот почему моральная слабость немцев и есть главная причина того, что у них нет культуры. Правда, они исключительно работоспособны, все делают быстро, наследственное трудолюбие проявляется почти что как сила природы. В чем и обнаруживает себя их моральная слабость!

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Склонность нашего времени к сильным односторонностям объясняется тем, что они все же по меньшей мере свидетельствуют о жизненной силе: прежде чем что-либо может быть образовано, должна быть сила. Если налицо слабость, то все усилия направлены на сохранение любой ценой: тогда во всяком случае не получится образования, которым можно было бы радоваться. Сравнимо с чахоточным, который жаждет жизни и каждое мгновение должен думать о здоровье, т. е. о сохранении. Если в какую-либо эпоху много таких натур, то она наконец чтит силу, даже если она грубая и враждебная: Наполеон как желтый здоровый тигр в письме Марвица.

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Кто знаком с античной моралью, будет удивлен, сколь многое из того, что воспринимается теперь с медицинской точки зрения, воспринималось тогда с моральной, как много болезней души, ума тогда препоручалось для лечения философу, а теперь врачу — как для успокоения нервов применяются теперь щелочные растворы и наркотики. Древние были намного умереннее, сознательно умереннее в своей повседневной жизни; они умели воздерживаться и во многом себе отказывать, чтобы не потерять власть над собой. Их слова о морали всегда опираются на примеры тех, кто жил так, как говорят эти слова. Я не понимаю, о каких далеких и редких вещах ведут речь современные этики. Они рассматривают человека как странное спиритуалистическое существо, они считают недостойным обходиться с человеком с античной откровенностью и говорить о многочисленных нужных ему, хотя и низких потребностях. Стыдливость заходит столь далеко, что можно подумать, будто у современного человека только видимость тела. Я думаю, что вегетарианцы с их предписанием употреблять менее обильную и более простую пищу принесли больше пользы, чем новейшие моральные учения вместе взятые — пусть это и некоторое преувеличение. Нет никаких сомнений, что воспитатели будущего снова пропишут человеку более строгую диету. Считается, что воздух, солнце, хорошее жилище, путешествия, а также медицинские лекарства и яды принесут современному человеку здоровье. Но все, что дается человеку с трудом, ему больше не рекомендуется. Максима заключается в том, чтобы быть и больным, и здоровым наиприятнейшим способом. Но это ведь и есть продленная маленькая неумеренность, т. е. недостаток самодисциплины, который проявляется в конечном счете как всеобщая спешка и impotentia.

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Некоторые вещи обретают прочность только после того, как становятся слабыми — до тех пор они подвержены опасности внезапной и насильственной гибели. В старости здоровье становится все здоровее. Христианство, напр., защищают сегодня так усердно и будут защищать еще долгое время потому, что оно стало самой удобной религией. Теперь, после того, как оно перетянуло на свою сторону самую прочную вещь на свете — человеческую леность и тягу к удобству, у него появилась перспектива стать чуть ли не непреходящим. Так и философия именно сегодня получила самую высокую оценку и имеет наиболее многочисленных представителей: она больше не мучает людей, многих даже развлекает, и каждому позволено раскрывать рот и болтать сколько вздумается, не подвергаясь никакой опасности. Вещи сильные, насыщенные страстью, подвергаются опасности, могут внезапно погибнуть, надломиться и попасть под удар молнии. Удар случается с полнокровными. Наши нынешние философы уж точно умрут не от удара. С тех пор как философия стала исторической дисциплиной, она сделалась безвредной и тем обеспечила себе бессмертие.

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в то время как философ, сознательный представитель этого союза, более не находит признания, не заслуживает веры, но считается лжецом, тем, кто обещает слишком многое. 3) самое строгое из направлений философии готово превратиться в релятивистскую систему, подобную TavTwV. Тем самым с нею покончено: ибо нет ничего более невыносимого, чем такие стражи границы, не знающие ничего, кроме «здесь дальше нельзя», «туда вход воспрещен», «этот заблудился», «мы ничего не знаем с абсолютной достоверностью» и т. д. Эта почва абсолютно неплодородна. — Так с этим покончено? — Император Август совсем маленьким мальчиком повелел лягушкам вокруг загородного дома замолчать, так как они своим кваканьем нарушали его покой; с этого момента они умолкли, как сообщает Светоний. —

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Если бы нынешние философы мечтали о своем полисе, то это, наверное, был бы не Платонополис, но Апрагополис (город бездельников).

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К характеристике эпохи.

В отношении религии я замечаю утомление, люди наконец устали от значащих символов. Все возможности христианской жизни, самые строгие и самые легкие, безобидные и бездумные, самые сознательные, опробованы, пришло время изобрести нечто новое, или придется снова и снова включаться в старый круговорот: правда, выплыть из водоворота непросто, после того как он крутил нас несколько тысячелетий. Даже насмешка, цинизм, враждебность по отношению к христианству себя исчерпали; мы видим ледяное поле в момент оттепели, лед повсюду растрескался, покрыт грязью, не блестит, на нем лужи, он опасен. Здесь уместно, мне кажется, осторожное, вполне приличное воздержание: так я оказываю почтение религии, пусть и умирающей. Наше дело — смягчать и успокаивать, как в случае с тяжелыми, безнадежными больными; протестовать следует только против плохих, недумающих, пускающих пыль в глаза врачей (каковы в большинстве ученые). — Христианство скоро созреет для критической истории, т. е. для казни.

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Следует обратить внимание на то, что огромное количество философии уже усвоено, люди уже пресытились ею. Чего только из области прикладной философии не содержит каждая беседа, каждая модная книга, каждая наука! В каком огромном количестве поступков проявляется, что нынешний человек получил в наследство бесконечно много философии. О такой наследуемой философии свидетельствуют уже гомеровские герои. Я думаю, человечество не перестанет философствовать, даже если никто не будет занимать кафедры. Чего только не заглотнула в себя теология! Думаю, всю этику. Такое мировоззрение, как христианство, должно постепенно принять в себя все этические учения, бороться с ними, привлекать их к себе, вступать в спор — даже уничтожать, когда они становятся сильнее и устойчивее.

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Я думаю о первой ночи Диогена: вся античная философия была направлена на упрощение жизни и учила известной свободе от потребностей — нет сильнее целебного средства от любых социальных переворотов. В этом смысле немногочисленные философские вегетарианцы сделали для человечества больше, чем все новейшие учения; и до тех пор, пока философы не найдут в себе мужество искать совсем иной строй жизни и демонстрировать его своим примером, они ничего не стоят.

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С науками, как с деревьями, удержаться можно только за крепкий ствол и нижние ветви, но не за крайние и верхние; иначе свалишься вниз, да еще и ветки обломаешь. Так и с философией: горе юношам, которые жмутся к своим оракулам!

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